Offene Jugendarbeit im Vogtlandkreis auf wackligen Füßen…

… so war im Vogtlandanzeiger am 11. Februar 2018 zu lesen. Konkret wurde die fehlende Orientierung am SGB VIII mit teilweise rechtswidrigen Vorgaben in der Förderrichtlinie zur Jugendarbeit im Vogtlandkreis bemängelt. Ein Umstand der nicht von der Hand zu weisen ist. Nach Maßgabe des SGB VIII, konkret im § 74 Absatz 5, Satz 2 ist formuliert, dass die Träger der örtlichen Jugendhilfe (gemeint sind die Jugendämter) die gleichen Maßstäbe und Grundsätze anzuwenden haben, die auch für sie selbst gelten. Allerdings ist im Vogtlandkreis eine Gleichbehandlung und Gleichstellung mit den Mitarbeiterinnen der Verwaltung derzeit nicht zu erkennen. Personalkosten werden unter dem Niveau des TvÖD begrenzt, zumindest ab Entgeltgruppe 8b, Stufe 2, sieht der Landkreis sich nicht in der Verpflichtung zur Finanzierung. Mal ganz davon abgesehen, dass im TvÖD für studierte Sozialarbeiterinnen in Jugendzentren eine Eingruppierung ab Entgeltgruppe 11 vorgesehen ist. Dieser gegenwärtige Ist- Zustand bedarf einer dringenden Veränderung, besonders mit Blick auf den vielzitierten Fachkräftemangel, der die Sozialwirtschaft bereits seit längerem plagt. Will der Vogtlandkreis sich zu einem zukunftsfähigem Modell entwickeln bedarf es anderer Maßnahmen als den bisher seit Jahren praktizierten Kürzungen in der Jugendhilfe. Darüber hinaus ist eine Jugendhilfeplanung, welche die bestehenden Bedarfe nicht finanzieren kann oder will als obsolet zu bezeichnen. Wozu planen, wenn die Mittel dafür nicht zur Verfügung gestellt werden? Oder möchte man sich ein Feigenblatt umhängen und wenigstens auf dem Papier der Theorie nachgehen, was man alles leisten könnte (wenn man denn nur wöllte). Das hier skizzierte ist nur ein Bruchteil der Unregelmäßigkeiten die derzeit im Vogtland gepflegt werden. Diese Themen offen anzusprechen und auf Veränderungen hinzuwirken ist nicht nur eine unserer Aufgaben, sondern eine Verpflichtung, um letztendlich eine inklusive und die Bedürfnisse unserer Kinder und Jugendlichen berücksichtigende Jugendhilfe zu gestalten.

 

mf

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